Darsteller des Monats
Marc Verhaelen

Ein Mann, der auf der Bühne mühelos zwischen trockenem Humor, dramatischer Tiefe und musikalischer Präzision wechselt und im persönlichen Umgang durch eine seltene, unaufgeregte Herzlichkeit besticht. Marc Verhaelen gehört zu den spannendsten Nachwuchstalenten der deutschsprachigen Musicalszene. Für seine vielseitige künstlerische Bandbreite und seine gewinnende Art zeichnet Stage Vibe ihn als Darsteller des Monats Oktober aus.

Ein Wanderer zwichen den Genres

Wer Marc Verhaelen in den vergangenen Spielzeiten auf der Bühne erlebt hat, merkt schnell: Hier ist ein Künstler am Werk, der Figuren nicht nur spielt, sondern sie mit feiner Beobachtungsgabe zum Leben erweckt.

In der Hamburger Inszenierung von Hape Kerkelings Kult-Musical Kein Pardon am First Stage Theater überzeugte er 2025 als Redakteur Walter. Verhaelen traf den skurrilen, lemminghaften Ton der überzeichneten TV-Welt auf den Punkt und bewies exzellentes Timing für den schrillen Satire-Humor des Stücks. 

Dass er jedoch weit mehr als das komödiantische Fach beherrscht, zeigte sich in der Hamburger Produktion von FAME. als Schlomo Metzenbaum verkörperte er den introvertierten, feinfühligen Musiker mit einer berührenden, ruhigen Bühnenpräsenz. Besondere Klasse bewies er dabei an den Tasten: Verhaelen spielte die Musik der Schülerband großteils live auf der Bühne und verband schauspielerische Authentizität nahtlos mit musikalischem Handwerk.

Fundierte Wurzeln, vielseitiger Weg

Sein Weg führte ihn über eine fundierte Ausbildung an der Stage School Hamburg direkt in renommierte Ensembles. Doch auch davor sammelte er prägende Musicalerfahrungen – etwa als Georg im Dramamusical Spring Awakening am Volkstheater Rostock oder im zeitgenössischen Klassiker Rent.

Er stellte seine Vielseitigkeit auch in der Tourneeproduktion Die Schneekönigin unter Beweis, wo er gleich in mehrere Rollen schlüpft und sein gesangliches wie darstellerisches Profil einem breiten Publikum präsentierte.

​Ein wahrer Gentleman der Bühne

So facettenreich Verhaelen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, agiert, so geerdet präsentiert er sich abseits des Scheinwerferlichts. Im Theaterbetrieb gilt er als außergewöhnlich kollegial, zugewandt und nahbar. Ganz ohne Starallüren begegnet er Publikum und Kollegen stets mit einer angenehmen Zuvorkommenheit – ein echter Gentleman der modernen Musicalszene.

Marc Verhaelen vereint handwerkliche Präzision, musikalische Begabung und ein tiefes Gespür für seine Rollen mit einer sympathischen Nahbarkeit. Ein Darsteller, dessen künstlerische Reise man in den kommenden Jahren ohne Zweifel aufmerksam weiterverfolgen sollte.

Doch wer ist Marc Verhaelen abseits der Bühne? Vier Fragen, die einen persönlicheren Blick ermöglichen:

Wie bist du zum Musical gekommen?

„Meinen ersten und entscheidenen Berührungspunkt mit der Bühne hatte ich damals mit 13 im Gynasium. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch in Budapest gelebt. Es wurde für das Theater AG Stück „Grease“ noch die Hauptrolle „Danny Zuko“ gesucht, weil die anderen Jungs zu klein waren, habe ich mich dazu entschieden dem Ganzen eine Chance zu geben. Bei den Proben und auch die Aufführung haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich in die Theaterwelt eingestiegen bin.“

Hast du eine Lieblingsrolle?

Meine Lieblingsrolle oder Traumrollen wären einmal: Evan aus Dear Evan Hansen, Merkuzio aus Romeo und Julia Liebe ist alles, Graf Krolok aus Tanz der Vampire, der Tod aus Elizabeth

Bisher habe ich sie noch nicht gespielt. Dafür muss ich noch viel lernen, aber ich denke in ein paar Jahren werde ich es hoffentlich schaffen ^^

Gibt es einen Backstage-Moment, den du nicht vergessen wirst?

Boah, wo soll ich da nur anfangen?

Ich werde stets die Atmosphäre von Rent und auch kein Pardon in Ehren halten.

Was macht für dich einen perfekten Theaterabend aus?

Ein perfekter Theaterabend ist: Wenn du mit einem tollen Ensemble, das du wie eine Familie ansiehst eine ergreifende Show spielst und die Zuschauerinnen und auch Familie und Freunde darin emotional bewegst. Danach euch dann im Foyer trefft und alle gemeinsam einen hebt ohja!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert