Kock Like a Woman

EINLEITUNG

Kick Like a Woman erzählt die außergewöhnliche Geschichte der Fußballerinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach, die 1981 nach Taiwan reisten und dort die damals inoffizielle Frauenfußball-Weltmeisterschaft gewannen. Das Musical verbindet diese reale Sportgeschichte mit der fiktiven Geschichte der jungen Conny, die gegen familiäre und gesellschaftliche Erwartungen für ihre Leidenschaft kämpft. Aus dem historischen „Wunder von Taipeh“ entsteht eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung.

ZUSAMMENFASSUNG

Bergisch Gladbach Anfang der 1980er-Jahre: Conny arbeitet als Kellnerin und lebt nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater. Ihre große Leidenschaft ist Fußball. Doch ihr Vater hält den Sport für ungeeignet für Frauen und erwartet von seiner Tochter ein anderes Leben.

Als Conny in der Kneipe auf die lebenslustige Fußballerin „Schlumpf“ Bauer von der SSG 09 Bergisch Gladbach trifft, eröffnet sich für sie eine neue Welt. Sie wird zum Training eingeladen und findet in der Mannschaft nicht nur Freundinnen, sondern auch eine Gemeinschaft, in der sie sich selbst verwirklichen kann.

Parallel dazu steht die SSG 09 vor einer außergewöhnlichen sportlichen Chance. Taiwan lädt 1981 zu einem internationalen Frauenfußballturnier ein. Da der DFB damals noch keine deutsche Frauen-Nationalmannschaft besitzt, wird die Einladung an die SSG 09 weitergegeben. Die Spielerinnen müssen die Reise weitgehend selbst organisieren und finanzieren.

Während die Mannschaft um ihren Traum kämpft, entwickelt sich auch Connys persönliches Leben weiter. Sie findet zu mehr Selbstvertrauen, erlebt Freundschaft und Liebe und beginnt, sich von den Vorstellungen anderer über ihr Leben zu lösen. Schließlich reist die Mannschaft nach Taiwan und schreibt dort Sportgeschichte: Die SSG 09 bleibt während des Turniers ungeschlagen und gewinnt den Titel.

HANDLUNG

! SPOILER-ALARM !

Bergisch Gladbach: Ein Traum, der nicht vorgesehen ist

Die Geschichte von Kick Like a Woman beginnt Anfang der 1980er-Jahre in Bergisch Gladbach. Im Zentrum steht Conny Walter, eine junge Frau, deren Leben zunächst wenig Raum für eigene Wünsche lässt. Seit dem Tod ihrer Mutter übernimmt sie Verantwortung im Haushalt, kümmert sich um ihren Vater und arbeitet in einer Kneipe.

Doch Conny hat eine Leidenschaft, die nicht in das Frauenbild ihrer Umgebung passt: Sie liebt Fußball und möchte selbst spielen. Ihr Vater reagiert ablehnend. Fußball erscheint ihm als Männerdomäne; von seiner Tochter erwartet er vielmehr, dass sie sich ihrem traditionellen Rollenbild entsprechend verhält.

In der Kneipe, den „Adlerstuben“, begegnet Conny der Fußballerin „Schlumpf“ Bauer. Die Stürmerin der SSG 09 Bergisch Gladbach ist selbstbewusst, direkt und deutlich freier als Conny. Sie erkennt deren Begeisterung für Fußball und lädt sie zum Training ein.

Für Conny beginnt damit eine Reise, die weit über den Sport hinausgeht. Beim Training trifft sie auf die Mannschaft und lernt eine Gemeinschaft kennen, in der Frauen selbstverständlich Fußball spielen, kämpfen und gewinnen wollen. Zugleich muss sie sich auf dem Platz und außerhalb des Spielfelds behaupten.

Die SSG 09 und das Wunder von Taipeh

Während Conny ihren Platz in der Mannschaft sucht, entwickelt sich die historische Ebene der Geschichte. Die SSG 09 Bergisch Gladbach gehört zu den erfolgreichsten deutschen Frauenfußballmannschaften ihrer Zeit. 1981 gewinnt sie auch das erste DFB-Pokalfinale der Frauen mit 5:0 gegen den TuS Wörrstadt.

Im selben Jahr lädt Taiwan zu einem internationalen Turnier ein, das als erste inoffizielle Weltmeisterschaft des Frauenfußballs gilt. Der taiwanesische Verband wendet sich an den DFB. Doch Deutschland besitzt zu diesem Zeitpunkt noch keine Frauen-Nationalmannschaft. Deshalb wird die Einladung an die SSG 09 weitergeleitet.

Die Spielerinnen lassen sich von den fehlenden Strukturen nicht aufhalten. Sie organisieren ihre Teilnahme selbst und müssen unter anderem Sponsoren und finanzielle Unterstützung gewinnen. Aus einer Vereinsmannschaft wird damit plötzlich die deutsche Vertretung bei einem internationalen Turnier.

Connys persönlicher Aufbruch

Für Conny ist der Weg nach Taiwan zugleich ein persönlicher Befreiungsschlag. Die Mannschaft wird für sie zu einer Gemeinschaft, in der sie Anerkennung findet und Selbstvertrauen entwickelt.

Das Musical verbindet die historische Sportgeschichte dabei mit einer fiktiven Liebes- und Entwicklungsgeschichte. Conny entdeckt nicht nur ihre Fähigkeiten als Fußballerin, sondern auch ihre eigenen Wünsche und Gefühle. Dadurch wird der Fußballplatz zum Symbol für eine größere Entscheidung: Will sie weiterhin nach den Vorstellungen anderer leben – oder ihr Leben selbst bestimmen?

Auch innerhalb der Mannschaft treffen unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander. Die Trainerin Helga Schwarzberg wird zunächst als eher harte und distanzierte Persönlichkeit gezeigt. Im Verlauf der Handlung erhält ihre Haltung eine persönliche Dimension. Die Geschichte thematisiert damit auch die Frage, wie Frauen Sport, Beruf, Beziehungen und Familie miteinander vereinbaren können.

Taiwan: Der Traum wird wahr

Die Mannschaft reist schließlich nach Taiwan. Die sportlichen Bedingungen sind außergewöhnlich: Die SSG 09 muss innerhalb von nur elf Tagen neun Spiele absolvieren. Das Team bleibt während des gesamten Turniers ungeschlagen und gewinnt schließlich den Titel.

Damit schreiben die Bergisch Gladbacherinnen Geschichte. Sie gewinnen die erste inoffizielle Frauenfußball-Weltmeisterschaft, obwohl der deutsche Fußballverband selbst keine Nationalmannschaft der Frauen aufgestellt hat.

Der Erfolg ist deshalb mehr als ein sportlicher Sieg. Die Spielerinnen zeigen, dass Frauenfußball auch ohne die Unterstützung der etablierten Strukturen erfolgreich sein kann. Ihr Triumph bleibt in Deutschland allerdings lange weitgehend unbeachtet.

Vom persönlichen Sieg zum historischen Vermächtnis

Für Conny und ihre Mitspielerinnen bedeutet die Reise nach Taiwan einen Wendepunkt. Was als scheinbar unmöglicher Traum begonnen hat, ist Realität geworden. Conny hat gelernt, für sich selbst einzustehen und ihre Entscheidungen nicht länger von den Erwartungen anderer abhängig zu machen.

Die historische Mannschaft bildet dabei das reale Fundament des Musicals. Conny und die konkrete persönliche Handlung sind dagegen fiktionale Elemente. Die Autoren verbinden somit dokumentierte Sportgeschichte mit einer erfundenen Heldinnenreise. Genau aus dieser Verbindung entsteht der besondere Charakter von Kick Like a Woman: Das Musical erzählt nicht nur, was 1981 in Taiwan geschah, sondern fragt auch, was es bedeutet, sich gegen ein System zu behaupten, das einem den eigenen Platz verweigern will.

KREATIV-TEAM

  • Buch und Songtexte: Constanze Behrends
  • Komposition: Stephan Kanyar
  • Regie: Gil Mehmert
  • Künstlerische Leitung: Ana Gutschke
  • Choreografie: Faye Anderson
  • Bühnenbild: Britta Tönne
  • Kostümbild: Claudio Pohle
  • Lichtdesign: Michael Grundner
  • Digitaler Content: FuFu Frauenwahl
  • Musikalische Leitung: H.C. Petzoldt
  • 2. Musikalische Leitung: David Holz
  • Musikalische Leitung Sub: Martin Morgenstern

PREMIEREN

Die erste öffentliche Bühnenfassung wurde vom 18. bis 25. September 2024 im Bürgerhaus Bergischer Löwe in Bergisch Gladbach gezeigt. Insgesamt fanden neun Vorstellungen statt. Diese Aufführungen dienten ausdrücklich als Tryouts, bei denen die Produktion vor Publikum erprobt und weiterentwickelt wurde. Das Publikum konnte die Vorstellungen anschließend bewerten; insgesamt wurden 2.498 Besucherinnen und Besucher befragt.

Die Weltpremiere findet am 14. November 2026 im Depot 1 in Köln-Mülheim statt. Die angekündigte Spielzeit läuft bis zum 30. April 2027. Damit erhält das Musical nach seiner Entwicklungsphase in Bergisch Gladbach seine reguläre große Bühnenfassung in Köln.

DARSTELLER

Conny Walter:

Antonia Kalinowski, bekannt u. a. Jesus Christ Supestar


Lai:

Alina Simon, bekannt u. a.  aus: Mrs.Doubtfire


Astrid:

Amber Chiara Eul, bekannt u. a. Cabaret


Thorsten:

Christian Sattler, bekannt u. a. The Addams Family


Gabi:

Anna Donosa Danila, nekannt u. a. Sweeney Todd


Britta

Laura Fernández


Schlumpf:

Joana Henrique


Helga:

Karen Müller


Helga:

Nadine Kühn


 

HISTORISCHER, KULTURELLER & THEMATISCHER KONTEXT

Der historische Kern von Kick Like a Woman gehört zu den bemerkenswertesten Kapiteln des deutschen Frauenfußballs. Der DFB hatte Frauenfußball auf seinen Plätzen bis 1970 verboten. In den frühen 1980er-Jahren war der Sport zwar wieder erlaubt, gesellschaftlich aber noch lange nicht gleichberechtigt.

1981 wurde die SSG 09 Bergisch Gladbach zur deutschen Vertreterin bei einem internationalen Frauenfußballturnier in Taiwan. Eine deutsche Nationalmannschaft existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die SSG absolvierte neun Spiele innerhalb von elf Tagen, blieb als einzige der 14 teilnehmenden Mannschaften ungeschlagen und gewann den Titel.

Der historische Erfolg wurde in Deutschland lange kaum gewürdigt. Erst 1982 gründete der DFB eine offizielle Frauen-Nationalmannschaft. Beim ersten Länderspiel am 10. November 1982 in Koblenz gegen die Schweiz gewann Deutschland mit 5:1.

Das Musical nutzt diese Geschichte als Ausgangspunkt für größere Themen: Gleichberechtigung, Geschlechterrollen, Selbstbestimmung, Freundschaft, Liebe und den Kampf gegen gesellschaftliche Grenzen. Dadurch wird aus einem Sportereignis eine Geschichte über Frauen, die sich ihren Platz selbst erobern.

MUSIK

Öffentlich hervorgehobene Titel sind unter anderem:

  • „Kick Like a Woman“ – der Titelsong der Produktion.
  • „Ich bin wie ich bin“ – eine zentrale Nummer aus Connys persönlicher Entwicklung.
  • „Unser Feuer brennt“ – ein Song, der den kämpferischen und gemeinschaftlichen Geist der Geschichte aufgreift.

AUSZEICHNUNGEN / NOMINIERUNGEN

stehen noch aus.

TRIVIA & FUN FACTS

  • Die historische SSG 09 Bergisch Gladbach gewann 1981 nicht nur den Titel in Taiwan, sondern auch das erste DFB-Pokalfinale der Frauen. Das Finale gegen den TuS Wörrstadt endete 5:0.

 

  • Die Mannschaft bestritt in Taiwan neun Spiele innerhalb von elf Tagen und blieb dabei ungeschlagen.

 

  • Der historische Erfolg fand statt, obwohl Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch keine Frauen-Nationalmannschaft besaß.

 

  • Die Figur Conny Walter ist fiktiv. Das Musical verbindet ihre persönliche Geschichte mit den realen Ereignissen der SSG 09.

 

  • Die Tryouts 2024 wurden bewusst genutzt, um die Produktion vor der weiteren Entwicklung vor Publikum zu testen.

 

  • Die SSG 09 war 1981 nicht irgendeine Mannschaft: Sie gehörte damals zu den erfolgreichsten Frauenfußballteams Deutschlands und gewann im selben Jahr den ersten DFB-Pokal der Frauen.

 

  • Die ehemalige Spielertrainerin Anne Trabant-Haarbach, eine zentrale Figur der historischen Mannschaft, führte Deutschland 1982 beim ersten offiziellen Länderspiel als Kapitänin aufs Feld.

 

  • Die Weltpremiere 2026 führt die Produktion an den Ort zurück, an dem sich inzwischen ein neuer Musicalstandort entwickelt: ins Depot 1 in Köln-Mülheim.