Wicked
Der Weg zur Broadway-Premiere
Die Entstehung von Wicked
Die andere Wahrheit über Oz
Wer an die Geschichte von Oz denkt, hat meist ein ziemlich klares Bild vor Augen: ein Mädchen namens Dorothy, das durch einen Wirbelsturm in ein fremdes Land gerät, eine Vogelscheuche ohne Verstand, einen Blechmann ohne Herz und einen Löwen ohne Mut. Und natürlich gibt es eine böse Hexe des Westens, vor der man sich in Acht nehmen muss. So kennt man die Geschichte aus dem Film Der Zauberer von Oz von 1939.
Doch was wäre, wenn diese Geschichte nicht vollständig erzählt worden wäre? Was, wenn die vermeintlich böse Hexe eine ganz andere Seite hätte? Und was, wenn Gut und Böse weniger eindeutig voneinander zu unterscheiden wären, als es zunächst scheint?
Mit genau solchen Fragen beschäftigte sich der amerikanische Schriftsteller Gregory Maguire, als er 1995 seinen Roman Wicked: The Life and Times of the Wicked Witch of the West veröffentlichte.
Maguire erzählte darin die bekannte Welt von Oz aus einer völlig anderen Perspektive. Im Mittelpunkt stand nicht Dorothy, sondern die Frau, die in der überlieferten Geschichte als böse Hexe des Westens bekannt ist. Er gab ihr eine eigene Vergangenheit, eine Persönlichkeit und eine Lebensgeschichte. Aus der eindimensionalen Gegenspielerin wurde eine Figur mit politischen Überzeugungen, persönlichen Konflikten und einer komplizierten Beziehung zu ihrer Umwelt.
Auch die spätere gute Hexe Glinda bekam eine andere Bedeutung. Die beiden Frauen standen nicht einfach auf gegnerischen Seiten. Ihre Lebenswege waren miteinander verbunden, und ihre Beziehung entwickelte sich zu einem zentralen Bestandteil der Geschichte.
Maguire stellte damit nicht nur eine bekannte Erzählung auf den Kopf. Er lud seine Leser dazu ein, die vertrauten Rollen von Heldin und Bösewicht zu hinterfragen.
Das Buch erregte Aufmerksamkeit und erreichte schließlich auch einen Musicalkomponisten, der in dieser ungewöhnlichen Perspektive das Potenzial für eine große Bühnenproduktion erkannte.
Ein Komponist entdeckt eine Geschichte
Stephen Schwartz war zu diesem Zeitpunkt längst kein Unbekannter in der Musicalwelt. Der amerikanische Komponist und Liedtexter hatte bereits mit Werken wie Godspell und Pippin Erfolge am Broadway gefeiert. Auch für den Animationsfilm Der Prinz von Ägypten hatte er Musik geschrieben.
1996 verbrachte Schwartz einen Urlaub auf Hawaii. Dort machte ihn sein Freund, der Songwriter John Bucchino, auf Gregory Maguires Roman aufmerksam. Schwartz interessierte sich für die Idee und besorgte sich das Buch.
Schon der Titel sprach ihn an. Wie er später berichtete, hatte er unmittelbar das Gefühl, dass darin eine Musicalgeschichte stecken könnte. Besonders reizte ihn die Möglichkeit, die Welt von Oz aus der Sicht einer Figur zu erzählen, die bisher nur als Gegenspielerin bekannt gewesen war.
Schwartz wollte die Geschichte auf die Bühne bringen. Doch es gab ein Problem: Die Rechte an Maguires Roman waren bereits vergeben.
Der Filmproduzent Marc Platt hatte das Projekt für Universal Pictures übernommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Verfilmung vorbereitet. Platt war damals in leitender Funktion bei Universal tätig und hatte das Potenzial des Romans ebenfalls erkannt.
Schwartz musste also zunächst herausfinden, ob überhaupt eine Möglichkeit bestand, aus dem Stoff ein Musical zu machen. Er ließ über seinen Anwalt die Rechteinhaberschaft prüfen und nahm Kontakt zu den Verantwortlichen auf.
Der Weg führte schließlich zu Marc Platt.
Vom geplanten Film zum Bühnenmusical
Für Platt war Wicked zunächst ein Filmprojekt gewesen. Mehrere Drehbuchfassungen waren in Auftrag gegeben worden. Doch keine der Bearbeitungen schien die besondere Qualität des Romans wirklich einzufangen.
Das Problem lag unter anderem darin, dass Maguires Geschichte stark von den inneren Konflikten ihrer Figuren lebte. Gerade Elphaba, die spätere böse Hexe des Westens, war eine komplexe Persönlichkeit. Ihre Gedanken, Überzeugungen und Gefühle machten einen wesentlichen Teil des Romans aus.
Eine reine Verfilmung schien diese Dimension nicht überzeugend genug abzubilden.
Als Stephen Schwartz mit der Idee an Platt herantrat, den Stoff stattdessen als Musical zu entwickeln, traf er deshalb auf einen Produzenten, der für diesen Gedanken offen war. Platt erkannte, dass Musik und Gesang eine Möglichkeit bieten könnten, die Gefühle und inneren Konflikte der Figuren unmittelbar sichtbar zu machen.
Die Idee überzeugte ihn. Aus dem zunächst geplanten Filmprojekt wurde ein Bühnenmusical.
Dabei war die Entscheidung keineswegs nur eine Frage des Formats. Sie bedeutete auch, dass die Geschichte neu gedacht werden musste. Ein Roman mit zahlreichen Figuren, politischen Entwicklungen und weitreichenden Handlungsebenen lässt sich nicht einfach in eine zweieinhalbstündige Bühnenproduktion übertragen.
Maguire hatte eine umfangreiche Welt geschaffen. Schwartz wollte daraus eine Geschichte machen, die auf der Bühne funktionieren konnte und zugleich ihren besonderen Kern bewahrte.
Marc Platt unterstützte das Vorhaben. Die Bühnenrechte wurden für die Musicalentwicklung verfügbar gemacht, während Universal als Partner an dem Projekt beteiligt blieb.
Damit war ein entscheidender Schritt geschafft. Doch für die eigentliche kreative Arbeit brauchte Schwartz noch jemanden, der aus der literarischen Vorlage eine tragfähige Bühnenhandlung entwickeln konnte.
Winnie Holzman kommt an Bord
Stephen Schwartz wusste, dass er für das Projekt eine Autorin oder einen Autor brauchte, der die Figuren nicht nur durch die Handlung führen, sondern ihnen auch eine glaubwürdige eigene Stimme geben konnte. Seine Wahl fiel auf Winnie Holzman.
Holzman hatte sich vor allem als Drehbuchautorin und Fernsehautorin einen Namen gemacht. Bekannt war sie unter anderem durch die Fernsehserie My So-Called Life, die sich mit den Erfahrungen und Konflikten junger Menschen beschäftigte. Schwartz schätzte insbesondere ihre Fähigkeit, weibliche Figuren mit individuellen Charakterzügen und emotionaler Tiefe zu schreiben.
Das war für Wicked von besonderer Bedeutung. Denn im Zentrum der geplanten Bühnenfassung sollten zwei Frauen stehen, deren Persönlichkeiten kaum unterschiedlicher sein konnten.
Schwartz und Holzman kannten sich bereits aus früheren beruflichen Zusammenhängen. Als sie über das Projekt ins Gespräch kamen, stellte sich heraus, dass auch Holzman Maguires Roman kannte und dessen Grundidee interessant fand.
Die Zusammenarbeit begann mit langen Gesprächen. Zunächst ging es weniger darum, einzelne Szenen oder Songs zu schreiben. Vielmehr mussten die beiden gemeinsam herausfinden, welche Geschichte sie eigentlich erzählen wollten.
Gemeinsam mit Marc Platt entwickelten Schwartz und Holzman über einen längeren Zeitraum die Grundstruktur des Musicals. Rund ein Jahr arbeiteten sie an verschiedenen Fassungen des Handlungsgerüsts, bevor die eigentliche Ausarbeitung voranschritt.
Das war notwendig, denn Maguires Roman war deutlich umfangreicher und komplexer als das, was sich auf einer Musicalbühne erzählen ließ. Zahlreiche Figuren, Beziehungen und Nebenhandlungen mussten geprüft werden. Manche Elemente blieben erhalten, andere wurden verändert oder vollständig gestrichen. Neue Verbindungen und dramaturgische Situationen kamen hinzu.
Schwartz beschrieb die Arbeit an der Handlung später sinngemäß als eine Art Konstruktion eines Kriminalromans: Die vielen Wendungen und Beziehungen mussten so aufeinander abgestimmt werden, dass die Geschichte in sich logisch blieb.
Eine wichtige Entscheidung betraf den Ausgangspunkt der Bühnenhandlung. Schwartz wollte nicht einfach die Ereignisse des Romans chronologisch nacherzählen. Er hatte eine andere dramaturgische Idee: Das Musical sollte mit der Feier des vermeintlichen Todes der bösen Hexe beginnen.
Damit stand von Anfang an eine Frage im Raum: Wie konnte eine Frau, deren Tod von den Bewohnern Oz‘ gefeiert wird, zu der Person werden, die sie am Ende der Geschichte ist?
Die Antwort darauf sollte das Publikum Schritt für Schritt erfahren.
Eine neue Geschichte entsteht
Aus der gemeinsamen Arbeit entwickelte sich eine Bühnenfassung, die zwar auf Maguires Roman beruhte, aber eine eigene dramaturgische Identität bekam.
Im Mittelpunkt standen nun vor allem Elphaba und Glinda und die Entwicklung ihrer Beziehung.
Elphaba wird mit grüner Haut geboren. Sie ist intelligent, eigensinnig und besitzt einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Doch ihr Äußeres sorgt dafür, dass sie von anderen Menschen häufig abgelehnt und missverstanden wird.
Glinda dagegen ist beliebt, selbstbewusst und gesellschaftlich anerkannt. Sie weiß, wie sie auf andere wirkt, und versteht es, sich in ihrem Umfeld zu behaupten.
Als sich die beiden Frauen an der Universität Shiz begegnen und sich ein Zimmer teilen müssen, prallen zunächst zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich allmählich eine Freundschaft.
Doch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und Überzeugungen führen sie im weiteren Verlauf auf verschiedene Wege.
Die politische Dimension des Romans blieb dabei nicht völlig außen vor. Auch im Musical geht es um Macht, Ausgrenzung, Manipulation und die Frage, wer darüber entscheidet, was als gut oder böse gilt. Allerdings rückte die Beziehung zwischen Elphaba und Glinda stärker ins Zentrum.
Das war eine wesentliche Veränderung gegenüber der literarischen Vorlage. Statt eine möglichst umfassende Nacherzählung des Romans zu liefern, konzentrierten sich Schwartz und Holzman auf eine emotionale Geschichte über zwei Frauen, ihre Freundschaft und die unterschiedlichen Entscheidungen, die ihr Leben prägen.
Damit war die Grundlage für das spätere Musical geschaffen.
Die ersten Lesungen und die Suche nach den richtigen Darstellerinnen
Ein Musical entsteht nicht allein am Schreibtisch. Bevor eine Produktion auf die Bühne kommt, müssen die Autoren herausfinden, ob ihre Geschichte auch dann funktioniert, wenn Schauspieler sie sprechen, singen und spielen.
Bei Wicked begann diese Phase im Jahr 2000 mit ersten Lesungen. Dabei werden Texte und Songs von Darstellern vorgetragen, damit die Autoren und Produzenten einen Eindruck davon bekommen, wie das Material in der Praxis wirkt.
Eine frühe wichtige Personalentscheidung betraf die Besetzung der beiden Hauptfiguren.
Für Glinda interessierte sich Kristin Chenoweth. Die Sängerin und Schauspielerin hatte bereits Broadway-Erfahrung und brachte neben ihrer Gesangsstimme auch ein ausgeprägtes komödiantisches Talent mit. Gerade diese Mischung war für die Rolle der zunächst oberflächlich und verwöhnt wirkenden, aber durchaus vielschichtigen Glinda interessant.
Für Elphaba wurde zunächst Stephanie J. Block in die Entwicklungsarbeit einbezogen. Sie las die Rolle in frühen Entwicklungsphasen und war an den Workshops beteiligt.
Im weiteren Verlauf fiel die Entscheidung jedoch auf Idina Menzel. Menzel hatte sich bereits mit ihrer Darstellung der Maureen in Rent einen Namen gemacht. Ihre kraftvolle Stimme und ihre Bühnenpräsenz passten zu der anspruchsvollen Rolle der Elphaba.
Kristin Chenoweth und Idina Menzel wurden damit zu den beiden Darstellerinnen, die das Musical entscheidend mitprägen sollten.
Auch hinter der Bühne nahm das Projekt zunehmend konkrete Formen an. Der Produzent David Stone stieß nach einer frühen Lesung im Jahr 2001 zum Team. Er brachte Erfahrung in der Theaterproduktion mit und sollte eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung übernehmen.
Für die Regie wurde Joe Mantello gewonnen. Mantello hatte sich bereits als Theaterregisseur einen Namen gemacht und war für seine Arbeit an anspruchsvollen Bühnenproduktionen bekannt. Die Choreografie übernahm Wayne Cilento, der ebenfalls über umfangreiche Broadway-Erfahrung verfügte.
Damit stand nach und nach ein kreatives Team, das die Geschichte nicht nur musikalisch und textlich, sondern auch szenisch auf die Bühne bringen konnte.
Die Entwicklung war damit allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Die Lesungen und Workshops dienten weiterhin dazu, die Handlung, die Songs und die Figuren zu überprüfen und zu verändern.
Der erste große Schritt: San Francisco 2003
Nach mehreren Jahren der Entwicklung sollte Wicked endlich vor einem größeren Publikum erprobt werden. Die Verantwortlichen entschieden sich dafür, das Musical zunächst außerhalb New Yorks zu präsentieren. Als Spielort wurde das Curran Theatre in San Francisco ausgewählt.
Diese sogenannte Pre-Broadway-Produktion hatte eine wichtige Funktion: Das Team konnte das Stück erstmals als vollständige Bühnenproduktion zeigen, die Reaktionen des Publikums erleben und feststellen, wo noch Änderungen notwendig waren. Ein solcher Vorlauf ist bei großen Broadway-Produktionen nicht ungewöhnlich.
Am 28. Mai 2003 begannen die ersten Vorstellungen im Curran Theatre. Die offizielle Premiere der San-Francisco-Produktion folgte am 10. Juni 2003.
Die Besetzung vereinte bereits mehrere Namen, die später auch mit der Broadway-Produktion verbunden sein sollten:
Idina Menzel als Elphaba
Kristin Chenoweth als Glinda
Norbert Leo Butz als Fiyero
Robert Morse als Zauberer von Oz
Carole Shelley als Madame Morrible
Michelle Federer als Nessarose
Kirk McDonald als Boq
John Horton als Doctor Dillamond
Für das Publikum wurde damit erstmals die neue Welt von Wicked auf einer großen Bühne erlebbar. Die Geschichte der beiden Hexen erhielt ein konkretes Gesicht, die Musik wurde mit einer vollständigen Besetzung präsentiert und die aufwendige Bühnenwelt konnte ihre Wirkung entfalten.
Doch ein Pre-Broadway-Lauf ist nicht einfach eine vorgezogene Broadway-Premiere. Er ist auch eine wichtige Arbeitsphase. Was auf dem Papier überzeugend wirkt, muss nicht automatisch auf der Bühne funktionieren.
Und bei Wicked gab es durchaus noch einiges zu überarbeiten.
Veränderungen vor dem Sprung nach New York
Die Aufführungen in San Francisco machten deutlich, dass das Musical noch nicht in seiner endgültigen Form angekommen war. Die Reaktionen auf die Produktion fielen unterschiedlich aus. Insbesondere wurde die Wirkung der beiden Hauptfiguren unterschiedlich beurteilt. In der damaligen Diskussion wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass Chenoweths Glinda die Aufmerksamkeit des Publikums teilweise stärker auf sich zog als Menzels Elphaba.
Für ein Stück, das eigentlich die Entwicklung beider Frauen gleichberechtigt erzählen wollte, war das eine wichtige Beobachtung.
Die Verantwortlichen nutzten die Zeit deshalb, um das Musical weiter zu überarbeiten. Songs wurden gestrichen, andere ergänzt und einzelne Teile der Handlung verändert. Es ging darum, die dramaturgische Balance zu verbessern und die Geschichte stärker auf ihre zentralen Figuren auszurichten.
Wie bei solchen Entwicklungsprozessen üblich, wurden dabei nicht nur einzelne Nummern betrachtet. Auch Übergänge, Szenenfolgen und die Wirkung der Figuren innerhalb der Gesamtgeschichte mussten überprüft werden.
Die letzte Vorstellung in San Francisco fand am 29. Juni 2003 statt. Damit endete die erste vollständige Produktionsphase außerhalb New Yorks.
Der nächste Schritt war bereits vorbereitet: Wicked sollte am Broadway seine endgültige Bühnenheimat finden.
New York wartet: Der Weg ins Gershwin Theatre
Nach dem Ende der San-Francisco-Spielzeit blieb dem Team einige Monate, um die gewonnenen Erfahrungen in die weitere Arbeit einfließen zu lassen.
Für die Broadway-Produktion wurde das Gershwin Theatre in New York ausgewählt. Das Theater bot den räumlichen Rahmen für die aufwendige Inszenierung und die große Bühnenwelt von Oz.
Auch die Besetzung wurde für den Broadway vervollständigt. Eine Veränderung gab es beim Zauberer von Oz: In San Francisco hatte Robert Morse die Rolle gespielt. In New York übernahm sie der Schauspieler Joel Grey, der bereits durch seine Darstellung des Conferenciers im Musical Cabaret bekannt war.
Die übrige zentrale Besetzung blieb weitgehend bestehen. Idina Menzel und Kristin Chenoweth standen weiterhin als Elphaba und Glinda im Mittelpunkt. Norbert Leo Butz spielte Fiyero, Carole Shelley die Madame Morrible und Michelle Federer die Nessarose.
Die Vorbereitungen mündeten schließlich in den Beginn der Broadway-Previews am 8. Oktober 2003. Previews sind öffentliche Vorstellungen vor der offiziellen Premiere. Sie ermöglichen es, eine Produktion bereits vor dem eigentlichen Eröffnungsabend vor Publikum zu spielen und letzte Anpassungen vorzunehmen.
Damit war Wicked endgültig in New York angekommen.
30. Oktober 2003: Die Broadway-Premiere
Am 30. Oktober 2003 war es schließlich so weit. Im Gershwin Theatre in New York feierte Wicked seine offizielle Broadway-Premiere.
Auf der Bühne standen Idina Menzel als Elphaba und Kristin Chenoweth als Glinda. Mit ihnen präsentierte das Ensemble die Geschichte zweier Frauen, die in der bekannten Welt von Oz zunächst als Gegensätze erscheinen, deren Leben aber untrennbar miteinander verbunden ist.
Die Produktion vereinte die Musik und Liedtexte von Stephen Schwartz, das Buch von Winnie Holzman, die Regie von Joe Mantello und die Choreografie von Wayne Cilento. Produziert wurde das Musical unter anderem von Marc Platt, Universal Pictures, der Araca Group und David Stone.
Aus einer Idee, die Stephen Schwartz während eines Urlaubs auf Hawaii entdeckt hatte, war nach mehreren Jahren der Entwicklung, zahlreichen Überarbeitungen und einer ersten vollständigen Produktion in San Francisco ein neues Broadway-Musical geworden.
Die Geschichte der vermeintlich bösen Hexe des Westens hatte eine eigene Bühne erhalten. Und das Publikum bekam die Gelegenheit, Oz aus einer Perspektive kennenzulernen, die es so zuvor noch nicht erlebt hatte.
Mit dem Premierenabend am 30. Oktober 2003 endete die Entstehungsgeschichte von Wicked und die Geschichte seiner Broadway-Produktion begann.
Marc Lohse ist Gründer und Herausgeber von Stage Vibe, einem Online-Portal rund um Musicals und Shows. Er beschäftigt sich mit Künstlern, Produktionen und Hintergründen der Branche und bietet fundierte Einblicke in die Welt des Musiktheaters. Sein Ziel ist es, die Musicalwelt informativ und praxisnah abzubilden – für Fans, Einsteiger und alle, die sich professionell mit Bühne beschäftigen.
