Jerome Robbins

Wenn du an West Side Story oder Fiddler on the Roof denkst, denkst du automatisch an ihn. Auch wenn du seinen Namen vielleicht noch nicht kennst. Jerome Robbins hat das amerikanische Musical so tiefgreifend geprägt wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein Genie war nicht nur auf der Bühne zu spüren, sondern in jedem Takt, jedem Schritt, jeder Geschichte dahinter.

Wer ist Jerome Robbins?

Jerome Robbins wurde am 11. Oktober 1918 in New York als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer geboren.   Ursprünglich studierte er Chemie, bevor ihn der Tanz endgültig in seinen Bann zog. Er begann seine Ausbildung am Sandor-Sorel Dance Center in Brooklyn, vertiefte sich in Modern-, Spanisch- und orientalischen Tanz und tanzte ab 1940 bei der neu gegründeten Ballet Theatre. Sein Einstieg ins Musical-Business erfolgte 1944 mit dem gefeierten Ballett Fancy Free, und von da an gab es kein Halten mehr.

Wichtige Rollen und Erfolge

Jerome Robbins Broadway Karriere ist eine Sammlung von Meilensteinen:

  • On the Town (1944): Gemeinsam mit Komponist Leonard Bernstein entstand aus dem Ballett Fancy Free dieses Broadway-Musical. Der Beginn einer legendären Zusammenarbeit.
  • The King and I (1951): Robbins choreografierte Rodgers & Hammersteins Klassiker und setzte damit neue Maßstäbe für tänzerisches Erzählen auf der Bühne. 
  • West Side Story (1957): Er konzipierte, inszenierte und choreografierte dieses Werk. Mit seiner innovativen Kulisse und explosiven Tanzsequenzen wurde es sofort als Meilenstein der Musicalgeschichte anerkannt. Robbins gewann dafür den Tony Award für beste Choreografie.  
  • Oscars für West Side Story (1961): Für die Filmversion erhielt Robbins gleich zwei Oscars, für Choreografie und Ko-Regie.
  • Fiddler on the Roof (1964): Mit Zero Mostel in der Hauptrolle brach das Stück Rekorde und lief 3.242 Vorstellungen. Robbins gewann zwei Tonys, für Regie und Choreografie.  
  • Jerome Robbins‘ Broadway (1989): Sein triumphales Comeback nach 25-jähriger Broadway-Pause brachte ihm seinen fünften Tony Award ein.

Stil und Einfluss

Was Robbins von anderen abhob, war sein untrügliches Gespür dafür, dass Tanz eine Geschichte erzählen muss. Seine Shows hatten Handlung, Charaktertiefe und einen Punkt, gerade in einer Zeit, als Musicals noch oft inhaltsleere Song-und-Dance-Revuen waren. (Jerome Robbins) Er verband Theatralisches mit einem unfehlbaren Bewegungssinn und schuf packende, bewegende Panoramen. Sein Einfluss ist bis heute spürbar: Wer West Side Story in einer der zahllosen weltweiten Produktionen sieht, ob am Broadway, im Londoner West End oder auf deutschen Bühnen, erlebt im Kern seine Vision. Kein Wunder, dass seine Werke bis heute immer wieder neu inszeniert werden.

Aktuelles und Relevanz

Jerome Robbins Broadway-Erbe lebt weiter: West Side Story und Fiddler on the Roof werden weltweit gespielt, auch in Deutschland. Seine Choreografien sind offiziell geschützt und werden originalgetreu aufgeführt. Für Musical-Fans hierzulande ist Robbins damit so präsent wie eh und je.

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