Premierenbericht
Jubi-Gala 2026
10 Jahre First Stage Theater Hamburg
Es gibt Abende im Theater, die über sich selbst hinauswachsen. Abende, die nicht nur eine Vorstellung sind, sondern ein Ereignis, das sich ins kollektive Gedächtnis einschreibt. Die Premiere der Jubiläumsgala 2026 im First Stage Theater in Hamburg-Altona war zweifellos ein solcher Abend. Zehn Jahre nach der Gründung des Hauses feierte das Theater mit einer Show, die an Glanz, Energie und künstlerischer Brillanz kaum zu übertreffen sein dürfte.
Hochgestimmte Erwartungen und ein würdiger Auftakt
Schon im Vorfeld der Veranstaltung lagen die Erwartungen des Publikums außergewöhnlich hoch. Das zehnjährige Bestehen des First Stage Theaters ist kein gewöhnliches Jubiläum – es markiert ein Jahrzehnt leidenschaftlicher Theaterarbeit, in dem das Haus in der Thedestraße 15 zu einer festen kulturellen Institution in Hamburg-Altona geworden ist. Entsprechend groß war die Vorfreude, als das Publikum an diesem Abend die Türen des Theaters durchschritt.
Den Auftakt bildeten feierliche Worte der Würdigung: Dennis Schulze, Inhaber der Stage School Hamburg und des First Stage Theaters, eröffnete den Abend mit einer Rede, die den Geist dieser zehn Jahre einfing – die Mühen, die Triumphe, die Menschen, die dieses Theater zu dem gemacht haben, was es heute ist. Ergänzt wurde dieser festliche Auftakt durch ein Grußwort von Arne Platzbecker vom Hamburger Senat, der im Namen der Stadt die herzlichsten Glückwünsche überbrachte und die kulturelle Bedeutung des Theaters für Hamburg unterstrich. Ein würdiger, ja bewegender Auftakt für einen außergewöhnlichen Abend.
Einen besonders seltenen und berührenden Moment bescherte Dennis Schulze dann persönlich dem Publikum zu Beginn der Show: Der Theaterdirektor und Schulinhaber betrat selbst die Bühne, und ließ es sich nicht nehmen, den ersten Teil der Gala mit der Cast gemeinsam zu performen. Es war ein Zeichen der Verbundenheit. Ein Chef, der an dem Abend nicht hinter den Kulissen blieb, sondern mittendrin stand, singend und strahlend, Seite an Seite mit seinen Schülerinnen und Schülern.
Eine Show der Superlative
Was folgte, war schlicht und ergreifend die beste Jubiläumsgala, die das First Stage Theater je gesehen hat. Jede einzelne Nummer des großen Ensembles, und man kann dies nicht hoch genug einschätzen, hätte in jeder anderen Show und in jedem anderen Theater leicht als triumphales Finale fungieren können. Die Gala bot ein faszinierendes Kaleidoskop an Bühnenkunst: abwechslungsreiche Musik, meisterhafte schauspielerische Sketche, atemberaubende Tanzacts und Choreografien von höchster Güte wechselten sich in einem Rhythmus ab, der das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zog.
Auf der Bühne standen 56 Darstellerinnen und Darsteller der Stage School Hamburg – eine beeindruckende Zahl junger Talente, die den Abend mit einer Energie und Spielfreude füllten, die sich unmittelbar auf das Publikum übertrug. Die Bühne war dabei niemals überladen; vielmehr verstand es das Ensemble, jeden Moment mit Präzision und Leidenschaft zu gestalten.
Das Duo Pajette – eine Institution moderiert den Abend
Für das komödiantische Herzstück des Abends sorgte das Duo Pajette. keine Schüler mehr aber im First Stage Theater längst eine eigene Institution, bekannt und geliebt durch ihre alljährlichen Auftritte als Sophie und James in „Dinner for One“. Auf den Jubiläumsabend zugeschnitten, moderierten die beiden die Gala selbstverständlich in eben diesen Rollen und entfalteten dabei genau jenes unverwechselbare Zusammenspiel aus britischer Noblesse und urkomischer Situationskomik, das das Hamburger Publikum Jahr für Jahr begeistert.
Sie waren das komische Highlight des Abends. Ein Anker der Heiterkeit, der die verschiedenen Programmpunkte mit Witz und Charme miteinander verband und dem Abend eine zusätzliche Dimension verlieh.
Lichtdesign und Kostüme - Kunst im Detail
Besondere Erwähnung verdient auch das Lichtdesign dieser Produktion: Nahezu jede Tanznummer, jeder Sketch und jede Gesangsnummer war mit einer eigenen, maßgeschneiderten Lichtatmosphäre versehen. Dies ist eine Seltenheit, die den Abend visuell in ein wahrhaftiges Feuerwerk verwandelte und unterstreicht, mit welcher Sorgfalt und welchem Anspruch diese Gala konzipiert worden ist.
Ebenso abwechslungsreich wie die Show selbst präsentierten sich die Kostüme: Von funkelnden Glitzerkleidern, die das Licht in tausend Farben zum Funken brachen, bis hin zu prachtvollen Trachten spannte das Kostümbild einen weiten, farbenfrohen Bogen. Das bewies ein feines Gespür für die Vielfalt der Programmpunkte und trug wesentlich dazu bei, jedem Auftritt seinen unverwechselbaren Charakter zu verleihen.
Standing Ovations und ein Dank, der von Herzen kam
Das Finale gehörte dann nochmal Dennis Schulze und dem gesamten Ensemble: Der Direktor dankte allen Darstellerinnen und Darstellern, stellte die Verantwortlichen hinter den Kulissen vor und ehrte sie gemeinsam auf der Bühne. Ein Moment echter Dankbarkeit und Anerkennung, der das Publikum sichtlich bewegte.
Die Reaktion des Publikums sprach für sich: Standing Ovations – lang anhaltend, herzlich und wohl verdient. Der Abend hatte die Menschen mitgerissen, bewegt, begeistert. Die von Energie und Spielfreude geprägte Show hatte ihr Ziel auf das Vollkommenste erreicht.
Aftershow-Feier und ein doppelter Grund zum Feiern
Der Jubiläumsabend fand seine Fortsetzung im Foyer des Theaters: Eine stimmungsvolle Aftershow-Party mit Musik, Gesprächen und einer kleinen Verlosung verlängerte das Fest in die Nacht. Und als hätte der Abend nicht schon Grund genug zur Freude geboten, hielt er noch eine besondere Überraschung bereit: Um Mitternacht feierte man gemeinsam den Geburtstag von Dennis Schulze – ein Zusammentreffen, das dem Abend eine persönliche, familiäre Note verlieh und ihn zu einem doppelten Fest werden ließ.
Fazit
Die Jubiläumsgala 2026 des First Stage Theaters Hamburg war mehr als eine Show – sie war eine Liebeserklärung an zehn Jahre Theater, an die Kraft junger Talente und an eine Stadt, die dieses Haus zu ihrem gemacht hat. Wer an diesem Abend dabei war, hat Theater auf seinem allerhöchsten Niveau erlebt. Es bleibt zu wünschen, dass das First Stage Theater noch viele solcher Abende schenken möge.
Bericht: Marc Lohse, März 2026
