Tony Awards 2026: Das sind die Nominierten – morgen ist es offiziell!
Marc Lohse, Hamburg, 04.05.26
Die Spannung steigt: Morgen, am 5. Mai 2026, werden die offiziellen Nominierungen für die 79. Tony Awards bekanntgegeben – live ab 15 Uhr MEZ von Uzo Aduba und Darren Criss präsentiert. Doch schon jetzt verdichten sich die Hinweise darauf, wer nominiert sein wird. Wir haben alle bekannten Informationen zusammengetragen und analysiert, was uns am großen Abend, dem 7. Juni 2026 im Radio City Music Hall in New York City, erwartet.
Moderatorin der Zeremonie wird Pop-Star P!nk sein. Übertragen wird live auf CBS und Paramount+. Und wir halten euch hier auf dem Laufenden. Morgen direkt nach der Bekanntgabe aktualisieren wir diesen Artikel mit der vollständigen offiziellen Liste!
Best Musical: Wenige, aber starke Kandidaten
Diese Saison brachte nur sechs nominierungsfähige neue Musicals hervor; ungewöhnlich wenig für Broadway-Verhältnisse. Doch was fehlt an Quantität, macht das Feld an Qualität wett. Die erwarteten Nominierten:
- Beaches
- The Lost Boys
- The Queen of Versailles
- Schmigadoon!
- Titanique
- Two Strangers (Carry a Cake Across New York)
Der klare Kritikerfavorit ist The Lost Boys. Die aufwändige Bühnenadaption des Kultfilms unter der Regie von Tony-Gewinner Michael Arden begeisterte mit atemberaubender Bühnentechnik und emotionaler Wucht. Dicht dahinter liegt Two Strangers (Carry a Cake Across New York), ein charmantes Zwei-Personen-Stück, das mit ungekünstelter Herzlichkeit die Herzen der Kritiker eroberte. Genau der Typ Musical, den Tony-Wähler historisch gesehen gerne belohnen.
Titanique, eine liebevolle, absurde Hommage an Céline Dion, bringt eine Energie mit, die kaum zu übersehen ist. Und Schmigadoon! funktioniert als TV-Adaption auf der Bühne überraschend gut. Für Überraschungen ist also gesorgt.
Best Revival of a Musical: Vier Giganten, ein Pokal
Hier ist das Rennen besonders spannend. Die vier erwarteten Nominierten lesen sich wie ein Best-of der Musiktheatergeschichte:
- Cats: The Jellicle Ball
- Chess
- Ragtime
- Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show
Das Favoriten-Duo sind Ragtime und Cats: The Jellicle Ball. Die Lincoln-Center-Produktion von Ragtime unter Lear DeBessonet gilt als künstlerisch tiefgründigste Inszenierung der Saison – musikalisch makellos, mit Joshua Henry und Caissie Levy in Hochform. Cats: The Jellicle Ball hingegen ist eine radikale Neuinterpretation des Lloyd-Webber-Klassikers, die das Stück in etwas Zeitgenössisches und Überraschendes verwandelt.
The Rocky Horror Show mit Luke Evans als Frank-N-Furter sorgte für ausverkaufte Häuser, und Chess mit Lea Michele bewies einmal mehr, dass die Sängerin auf der Bühne eine Klasse für sich ist.
Best Play: Neue Stimmen, starke Themen
In der Kategorie Bestes Schauspiel zeigt sich die VielfaltDiversität bedeutet in Musicals die bewusste Einbindung vielfältiger Identitäten (ethnisch, geschlechtlich, körperlich) in Besetzungen, Story und Produktion. Beispiele: „Hamilton“ mit BIPoC-Darstellern (Black, Indigenous and People… More der aktuellen Saison:
- All Out: Comedy About Ambition
- Call Me Izzy
- Dog Day Afternoon
- Liberation
- Little Bear Ridge Road
- Punch
Liberation von Bess Wohl und Little Bear Ridge Road von Samuel D. Hunter gelten als stärkste Kandidaten. Hunters Stück feierte seinen lang erwarteten Broadway-Debüt und wurde vom New York Drama Critics‘ Circle bereits mit dem Preis für das Beste Schauspiel der Saison ausgezeichnet – ein starkes Vorzeichen. Dog Day Afternoon bringt Hollywoodstar Don Cheadle auf die Bühne und sorgte für enormes Aufsehen, während Punch mit einem Olivier Award im Gepäck antritt.
Best Revival of a Play: Die Klassiker sind zurück
- Art
- Death of a Salesman
- Marjorie Prime
- Oedipus
- Waiting for Godot
Diese Kategorie ist ein Traum für Theaterliebhaber. Death of a Salesman mit Nathan Lane als Willy Loman ist bereits jetzt ein historischer Moment. Lane spielt die Rolle seines Lebens. Oedipus mit Lesley Manville und Mark Strong in einer fesselnden Neuinterpretation des griechischen Klassikers ist ebenfalls ein heißer Favorit. Und Waiting for Godot schafft es, Becketts Meisterwerk für ein zeitgenössisches Publikum lebendig zu machen.
Die Schauspieler-Kategorien: Hollywood trifft Broadway
Die Darstellerkategorien sind in diesem Jahr besonders glamourös besetzt. In Best Actor in a Play trifft Nathan Lane (Death of a Salesman) voraussichtlich auf John Lithgow (Giant), Mark Strong (Oedipus) und Daniel Radcliffe (Every Brilliant Thing) – Letzterer beweist einmal mehr, dass er weit mehr ist als Harry Potter.
Bei Best Actress in a Musical fällt vor allem Caissie Levy (Ragtime) auf, die mit ihrer Interpretation der „Mother“ Kritikerlob auf höchstem Niveau erntete – neben Marla Mindelle, die als Céline Dion in Titanique für die wohl lautesten Lacher der Saison sorgt.
Sonderpreise: Ehrungen für ein Leben fürs Theater
Bereits jetzt feststehend sind einige besondere Auszeichnungen:
Der Special Tony Award for Lifetime Achievement in the Theatre geht an drei Theatermacher, deren Lebenswerke das amerikanische Theater geprägt haben: André Bishop, langjähriger künstlerischer Leiter des Lincoln Center Theatre; Jules Fisher, einer der einflussreichsten Bühnenbildner der Geschichte; und James Lapine, Autor und Regisseur von Meisterwerken wie Sunday in the Park with George und Into the Woods.
Den Isabelle Stevenson Tony Award für außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement erhält Mary-Mitchell Campbell, bekannt für ihre unermüdliche Advocacy-Arbeit für die Kunst.
Die Tony Honors for Excellence in the Theatre gehen an: 1/52 Project, Jake Bell, Kenn Lubin und Loren Plotkin – Menschen und Organisationen, die hinter den Kulissen das Theater am Leben halten.
Und Was erwartet uns am 7. Juni?
Die Zeremonie verspricht ein unvergesslicher Abend zu werden. Mit P!nk als Moderatorin darf man eine energiegeladene Show erwarten – und die nominierten Musicals werden mit Bühnenauftritten glänzen, die das Publikum direkt in die Theater treiben dürften.
Ob Ragtime in einer geschichtsträchtigen Nacht abräumt, ob Two Strangers als Underdog triumphiert oder ob die Überraschung des Abends noch auf sich wartet – der 7. Juni 2026 wird Broadway-Geschichte schreiben.
