Hedwig and the Angry Inch

EINLEITUNG

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ZUSAMMENFASSUNG

Hedwig, eine queere Rockmusikerin aus Ost‑Berlin, unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung, die schiefgeht. Seither tourt sie durch Amerika, sinniert über Identität und Liebe – und sucht ihre „andere Hälfte“. 

HANDLUNG

! SPOILER-ALARM !

Hedwig and the Angry Inch erzählt die Geschichte von Hedwig Robinson, einer ostdeutschen Rock-Sängerin mit bewegter Vergangenheit. Geboren als Hansel Schmidt wächst sie im geteilten Berlin auf und träumt von Freiheit. Um mit einem amerikanischen Soldaten in die USA zu fliehen, unterzieht sie sich einer Geschlechtsoperation – die misslingt. Zurück bleibt nur eine schmerzhafte Narbe: der „angry inch“.

In Amerika wird sie von ihrem Ehemann verlassen und schlägt sich als Musikerin durch. Sie gründet die Band The Angry Inch und verliebt sich in den jungen Tommy, den sie zum Popstar aufbaut. Doch Tommy verrät sie, stiehlt ihre Songs und wird berühmt – ohne sie.

Hedwig bleibt zurück mit Wut, Schmerz und einer Bühne in schäbigen Clubs. Dort erzählt sie ihre Geschichte – voller Ironie, Humor und Sehnsucht – und kämpft um ihre Identität. Am Ende durchlebt sie eine innere Wandlung, löst sich von alten Rollenbildern und findet einen neuen Weg zu sich selbst.

HISTORISCHER, THEMATISCHER UND KULTURELLER KONTEXT

Ursprünglich 1998 entstanden, war das Stück wegweisend in der Sichtbarkeit trans/queerer Themen im Musical. Inspiriert vom Glam-Rock (Bowie, Lou Reed) und Mitchells eigener Biografie (Sohn eines US‑Generals in Berlin) .

Es gilt als Pionier der genderqueer-Erzählung auf der Bühne. 

PREMIEREN

Uraufführung Off‑Broadway: 14. Februar 1998 im Jane Street Theatre, New York 

West End: 2000, Wiederaufnahme 2004 

Broadway‑Revival: 22. April 2014 im Belasco Theatre (507 Vorstellungen)

KREATIV-TEAM

Buch: John Cameron Mitchell

Musik: Stephen Trask

Texte: Stephen Trask

DARSTELLER

Off-Broadway: John Cameron Mitchell, Michael Cerveris u. a. 

Broadway‑Revival: Neil Patrick Harris (Hedwig), Lena Hall (Yitzhak), Darren Criss, Taye Diggs, Andrew Rannells u. v. a. 

Weitere: Jinkx Monsoon (Seattle), Euan Morton, Ally Sheedy, iOTA und viele internationale Hedheads

CHARAKTERE

Hedwig/Hansel Schmidt: androgyne Rock‑Frontfrau. Emotionale Zerrissenheit trifft Glamour.

Yitzhak: Backup‑Singer und Partner*in, eine dunkel‑komplexe Figur.

Tommy Gnosis: junges Gesangstalent, mit dem Hedwig Brüderlichkeit teilt – später Tragik.

MUSIK

SONGLISTE (AUSWAHL)

„Tear Me Down“

„The Origin of Love“

„Sugar Daddy“

„The Angry Inch“

„Wig in a Box“

„Wicked Little Town“

„The Long Grift“

„Hedwig’s Lament“

„Exquisite Corpse“

„Midnight Radio“

Kraftvoller Glam/Punk‑Score, von Bowie inspiriert – Radiant in „The Origin of Love“ oder der kathartische Höhepunkt „Midnight Radio“. Kritiker nennen es „the first rock musical that truly rocks“.

BÜHNENBILD, KOSTÜME, EFFEKTE

Minimalistisch im Club‑Setting; intensive Beleuchtung mit Strobe, Nebeleffekten und expressiven Drag-Outfits, entwickelt besonders für Broadway von Wig‑Designer Mike Potter.

 

AUSZEICHNUNGEN

Off‑Broadway Obie & Outer Critics Circle (1998) 

Broadway‑Revival Tony „Best Revival of a Musical“ (2014) + 4 weitere Tonys 

Grammy‑Nom. für Show‑Album; diverse internationale Preise (Teddy, Sundance)

PRESSE- UND ZUSCHAUERSTIMMEN

Rolling Stone: „first rock musical that truly rocks“ 

New York Times: „Shamelessly enjoyable!“ 

Guardian (Adelaide 2025‑Revival): aktueller Kommentar dazu, wie trans Resilienz vermittelt 

TRIVIA / FUN FACTS

Der fiktive „Angry Inch“ bezieht sich auf die missglückte OP, die Hedwigs Körper spaltet  .

Songtext-Anleihen: frühe Cover-Songs aus Mitchells Drag‑Club‑Ära am Squeezebox in NYC  .

Broadway‑Revival verbreitete humorvoll Fake‑Playbills für „Hurt Locker“ – ironischer Running Gag  .

Tony‑gewinnende Yitzhak‐Darstellerin Lena Hall trug während der Rolle eine prosthetische Penisattrappe – bekam dadurch viel Aufmerksamkeit.