„Judith – und das Wunder der Schöpfung“

„Ich finde, wir sind ein gutes Team!“

Von: Marc Lohse / 04.02.26

STAGE VIBE

Josefine Rau gehört zu den spannendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Musicalszene. Mit ihrer ausdrucksstarken Bühnenpräsenz und ihrem feinen Gespür für Emotionen begeistert sie Publikum und Kritiker gleichermaßen. In den vergangenen Jahren war sie in verschiedensten Produktionen zu erleben – stets mit dem Anspruch, jede Rolle mit Herzblut und Tiefe zum Leben zu erwecken. Demnächst steht sie mit „Judith – und das Wunder der Schöpfung“ in einer neuen, außergewöhnlichen Produktion auf der Bühne, die Musik, Spiritualität und weibliche Stärke in einzigartiger Weise verbindet.

Wir haben mit Josefine über ihre Rolle, die kreative Arbeit hinter dem Stück und ihren persönlichen Zugang zu dieser besonderen Geschichte gesprochen.

Hi Josefine, vielen Dank, dass du dir für uns Zeit nehmen konntest.

Wie bist du zu der Rolle Mire in „Judith – und das Wunder der Schöpfung“ gekommen und was hat dich bewogen dabei mitzumachen?
 
JOSEFINE

Ich habe im Sommer 2025 die Rolle Kikki Rikki bei den Brüder Grimm Festspielen in Hanau gespielt. Christoph (der Regisseur von „Judith und das Wunder der Schöpfung“) hat unsere Premiere in Hanau gesehen, mir danach gesagt, dass es die Rolle toll fand und daraufhin kam ein Video-Casting zu Stande. Ich fand die Rolle von Mire keck und habe mich sehr darüber gefreut, dass ich sie angeboten bekommen habe!

STAGE VIBE
„Die 10 Gebote“ war dein erstes Chormusical. Hilft dir diese Erfahrung für „Judith – und das Wunder der Schöpfung“? Und was ist der größte Unterschied zwischen den beiden Chormusicals? 
 
JOSEFINE
Bei „Die 10 Gebote“ habe ich vor 14 Jahren mitgemacht. Da war ich noch seeehr jung ich kann mich nur noch schemenhaft an die Geschichte und die Lieder erinnern muss ich zugeben. Aber ich weiß noch, dass es ein sehr beeindruckendes Erlebnis war, mit so vielen Leuten gemeinsam zu singen und bekannte Menschen unten auf der Musicalbühne zu sehen. Der größte Unterschied von damals zu heute ist für mich auf jeden Fall, dass ich jetzt als eine dieser Rollen auf der Bühne stehen darf. 
 
STAGE VIBE
Die Proben waren relativ kurz und sind jetzt fast abgeschlossen. Wie sind sie gelaufen und was war dein persönliches Highlight?
 
JOSEFINE
Sie waren sehr produktiv und für mein Empfinden hervorragend organisiert und durchgeführt vom Orga-Team (stellvertretend zu nennen: Sonja Knabe und Marcel Volkmann) und Kreativ-Team (stellvertretend zu nennen: Christoph Drewitz, David Hartland und Thilo Zirr). Die Kostüme waren bereit zum anprobieren, es gab 3 mal am Tag Essen für uns & einen Shuttle vom Hotel zum Probenort. Wir waren also bestens umsorgt. Natürlich haben die Proben sehr viel Vor- und Nachbereitung benötigt und viel Konzentration & Aufmerksamkeit gefordert, da wir das ganze Stück in 5 Tagen fertig kriegen mussten. Da bleib wenig Zeit für eine intensive Rollenarbeit oder das Gefühl von Routine. Aber das hatten ja alle von Anfang an auf dem Schirm. Es war eine angenehme Atmosphäre und gab viel Verständnis dafür, wenn man bei dem Pensum nochmal Nachfragen hatte oder Wiederholung brauchte. Ich finde, wir sind ein gutes Team!
 
 STAGE VIBE
Du bist als tanzstarke Darstellerin bekannt. Gab es Choreografien oder Szenen, die dich vor besondere Herausforderungen gestellt haben? Gerade weil es ja sehr viele verschiedene Musikstile gibt. 
 
JOSEFINE
Meine größte Herausforderung war, einen roten Faden für mich zu spinnen, da Mire nur sehr selten und mit recht vielen Pausen zwischendrin auftritt. Das heißt, Mires „Geschichte“ erzählt sich nicht ausschließlich auf der Bühne, sondern formt sich auch in den „Bühnenpausen“. Und bei den Bühnenteilen (die alle gleich aussehen aber zum Glück mit Nummern ausgestattet sind) war es herausfordernd, mir alle Umbauten zu merken und die Teile nicht zu vertauschen. Tänzerisch machen wir recht wenige aber schöne & energetische Sachen.
 
 STAGE VIBE
Kannst du uns etwas über die Rolle Mire erzählen? Was macht sie aus und wie beeinflusst sie das Leben von Judith, Ammo und den Rest der Familie? 
 
JOSEFINE
Mire und Judith sind ein Team, haben aber beide auch einen sehr eigenen Kopf und das wird ihnen später kurz zum Verhängnis. Mire ist ne coole Socke, spielerisch, lustig aber auch ganz schön hart mit Judith. Sie ist als beste Freundin von Judith auch ein selbstverständlicher Teil von Judiths Familie. Ammo mag sie auch ganz gern, aber sie sieht die Probleme/ Unwägbarkeiten zwischen Judith und Ammo auch kritisch und sagt das auch. Sie hat einen großen Antrieb, Wette gegen Ungerechtigkeiten zu machen und tendiert dazu, sich in Ihrer Wut etwas zu verrennen.
 
 STAGE VIBE
Das Musical behandelt Themen wie Schöpfung, Klima und Zusammenhalt. Bewegen diese Themen dich auch im Privatleben? 
 
JOSEFINE
Mich beschäftigt das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit sehr und gerade in den letzten Tagen Wochen und Monaten wünsche ich mir immer mehr Zusammenhalt. Im Kleinen wie im Großen. Ich kann nicht begreifen, wie absolut normalisiert es ist, dass so viel korrupte, menschenverachtende, geldgeile Männer die Hebel der Welt in der Hand haben und ihr Unwesen treiben und fördern. Das löst in mir eine unbändige Wut und Trauer aus.
 
STAGE VIBE
Siehst du Parallelen zwischen dir und Mire?
 
JOSEFINE
Ja, ich habe auch oft viel Wut und Gerechtigkeitssinn in mir. Aber ich traue mich nicht, das immer so laut und offen rauszuposaunen und damit evtl.  anzuecken.
 
 STAGE VIBE
Wenn du nicht Mire spielen würdest, welche Rolle würdest du dann gerne übernehmen?
 
JOSEFINE
Ich finde alle Rollen cool. Judith würd ich auch gerne auspobieren und in ein paar Jahren Esther!! 
 
 STAGE VIBE
Was wünscht du dir, was die Zuschauer von diesem Stück mitnehmen?
 
JOSEFINE
Mut, Hoffnung und Freude!
 
 STAGE VIBE
Warum sollte man sich das Musical unbedingt ansehen?
 
JOSEFINE
Weil’s eine optisch und klangliche Wucht ist und wir ne tolle Truppe sind!
 
STAGEVIBE

Vielen Dank, liebe Josefine, für diese spannenden Einblicke in “Judith und das Wunder der Schöpfung”. Deine Ausführungen haben gezeigt, wie lebendig Theater sein kann, wenn Leidenschaft und Vision zusammenkommen. Wir sehen uns im Theater.