Carousel

Der Weg zur Premiere

Die Entstehung von Carousel

Die Idee zu Carousel reifte 1943 bei Treffen mit den Produzenten der Theatre Guild, die Rodgers und Hammerstein das ungarische Schauspiel Liliom von Ferenc Molnár vorschlugen – eine düstere Tragödie um den Jahrmarktsausrüfer Liliom, seine Liebe, seine Gewalt und seine jenseitige Prüfung. Zunächst ablehnend gegenüber der budapester Kulisse und dem tragischen Ende, experimentierten die Künstler mit einer Verlegung nach Louisiana, verwarfen dies aber wegen Dialektproblemen und entschieden sich stattdessen für das Neuengland von 1873. Hammerstein und Rodgers überarbeiteten die Handlung zu Billy Bigelow und Julie Jordan, integrierten Musik nahtlos in die Dramatik und schufen so ein frühes „integrated musical“.

Die Vorbereitungen starteten im Januar 1945; Rodgers und Hammerstein waren bei Proben präsent, und Molnár selbst genehmigte Änderungen wie das erlösungsbetonte Ende. Rodgers verzichtete auf eine Ouvertüre zugunsten eines stummen Pantomimen-Einstiegs mit dem „Carousel Waltz“, um das Publikum sofort zu fesseln

Entwicklung und Probenphase

Testvorführungen im März 1945 in New Haven zeigten Schwächen: Der erste Akt begeisterte, der zweite nicht, was zu massiven Kürzungen führte – fünf Szenen, zwei Songs und Teile des Balletts fielen weg, bis die Traum-Ballettszene auf 40 Minuten schrumpfte. Die Generalprobe am 18. April lief katastrophal, doch Choreografin Agnes de Mille rettete die Pantomime mit neuer Carousel-Choreografie, die Bewegung zur Erzählkraft machte.

Broadway-Uraufführung am 19. April 1945

Mit der Premiere am 19. April 1945 im Majestic Theatre erreichte die Entwicklung von Carousel ihren Höhepunkt. Im Foyer des Majestic Theatre erwartete das Publikum eine Fortsetzung leichterer Revuen, doch Rodgers und Hammerstein lieferten eine opulente Tragödie mit John Raitt als ruppigem Billy Bigelow und Jan Clayton als stiller Julie Jordan. Unter den Zuschauern saß u. a. der junge Stephen Sondheim; die Inszenierung von Rouben Mamoulian, Jo Mielziners Design und Don Walkers 39-köpfiges Orchester schufen eine epische Atmosphäre.

Trotz Probenproblemen feierte die Produktion 890 Vorstellungen und etablierte Hits wie „If I Loved You“ und „You’ll Never Walk Alone“. Die Presse lobte die emotionale Tiefe und die innovative Integration von Tanz, Gesang und Drama.

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