Tarzan - Das Musical
EINLEITUNG
Basierend auf dem berühmten Disney-Zeichentrickfilm und den Romanen von Edgar Rice Burroughs erzählt „Tarzan – Das Musical“ die mitreißende Geschichte eines Mannes zwischen zwei Welten. Mit der Musik von Phil Collins und spektakulären Flug- und Akrobatikszenen verbindet das Musical große Emotionen, Abenteuerlust und technische Perfektion. Seit seiner deutschsprachigen Erstaufführung begeistert die Show in verschiedenen Städten mit energiegeladenen Darstellern, eindrucksvollem Bühnenbild und einer berührenden Liebesgeschichte.
ZUSAMMENFASSUNG
Nach dem Tod seiner Eltern wird das Waisenkind Tarzan im Dschungel von einer Gorillafamilie aufgenommen. Aufgezogen von der liebevollen Affenmutter Kala wächst er als Teil der Tiergemeinschaft auf, stets zwischen zwei Identitäten schwankend. Als Erwachsener begegnet er der Forscherin Jane Porter, die mit ihrem Vater den Dschungel erkundet. Zwischen ihr und Tarzan entsteht eine tiefe Zuneigung, die jedoch beide Welten infrage stellt. Tarzan muss sich entscheiden, wo er hingehört. Zu seiner Familie im Dschungel oder zur menschlichen Zivilisation. Das Musical verbindet diese emotionale Suche nach Identität mit eindrucksvollen Effekten, lebensnahen Charakteren und der universellen Botschaft über Liebe und Zugehörigkeit.
HANDLUNG
! SPOILER-ALARM !
Zu Beginn strandet ein britisches Ehepaar nach einem Schiffbruch an der afrikanischen Küste. Sie bauen eine Hütte im Dschungel, doch kurz nach der Geburt ihres Sohnes werden sie von einem Leoparden getötet. Das Baby überlebt und wird von der Gorillamutter Kala gefunden, die selbst ihr Junges verloren hat. Trotz des Widerstands ihres Partners Kerchak, dem Anführer der Gorilla-Sippe, nimmt sie das Kind an und nennt es Tarzan. Tarzan wächst unter den Gorillas auf und versucht, seinen Platz in der Gruppe zu finden. Er ist anders: stärkere Beine, keine Fellhaut, ein seltsames Verhalten und doch liebt Kala ihn wie ihren Sohn. Immer wieder muss Tarzan beweisen, dass er dazugehört. Als Jugendlicher legt er sich mit gefährlichen Tieren an, lernt von Terk, seinem quirligen Affenfreund, und entdeckt, wie er Werkzeuge einsetzen kann. Nach Jahren der Entfremdung von seinen Wurzeln tauchen plötzlich Menschen im Dschungel auf: der Forscher Professor Porter, seine Tochter Jane und der zwielichtige Jäger Clayton. Jane staunt über die Schönheit des Waldes, wird dann aber in einem Spinnennetz gefangen und von Tarzan gerettet. Zwischen den beiden entsteht schnell eine zarte Zuneigung, geprägt von Faszination und Neugier auf die jeweils fremde Welt. Jane bringt Tarzan Sprache und menschliche Verhaltensweisen bei, Tarzan zeigt ihr die Wunder seiner Heimat. Kerchak sieht in den Menschen eine Bedrohung, doch Tarzan fühlt sich mehr und mehr zu ihnen hingezogen. Als Clayton versucht, die Gorillas zu fangen, kommt es zur Konfrontation: Tarzan stellt sich mutig gegen ihn und besiegt ihn in einem dramatischen Kampf. Schließlich erkennt Kerchak Tarzan als seinen Sohn an und stirbt in seinen Armen. Am Ende muss Tarzan sich entscheiden. Jane will mit ihrem Vater in die Zivilisation zurückkehren, doch im letzten Moment erkennt sie, dass ihr Platz an Tarzans Seite ist. Sie bleibt im Dschungel, und beide feiern mit der Affenfamilie den Beginn eines neuen Lebens zwischen den Welten, aber vereint durch Liebe und Verständnis.
HISTORISCHER, THEMATISCHER UND KULTURELLER KONTEXT
Die Figur des Tarzan stammt aus Edgar Rice Burroughs’ Roman von 1912 und wurde zu einer Ikone der Abenteuerliteratur. Disneys Zeichentrickfilm von 1999 übersetzte den Stoff in eine emotionale Familiengeschichte mit einem modernen Blick auf Identität, Natur und Zugehörigkeit. Das Musical vertieft diese Themen musikalisch und szenisch, indem es Tarzans Konflikt zwischen Mensch und Tier als Sinnbild für die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt darstellt. Zugleich vermittelt die Show ökologische und interkulturelle Werte, betont den Respekt gegenüber der Natur und hebt die emotionale Stärke familiärer Bindungen hervor.
PREMIEREN
Die Uraufführung fand 2006 am Broadway im Richard Rodgers Theatre statt. Die deutschsprachige Erstaufführung produzierte Stage Entertainment im Jahr 2008 im Stage Metronom Theater Oberhausen.
Später folgten Spielzeiten in Hamburg und Stuttgart, wo das Musical mehrere Jahre mit großem Erfolg lief.
In der deutschen Inszenierung bewies Regisseur Jeff Lee ein Händchen für große Bühnenbilder ohne dabei die Intimität einzelner Szenen aus den Augen zu verlieren. Die Affenbewegungen, einstudiert von Choreograf Sergio Trujillo, verlangen körperliche Höchstleistungen von den Darstellern. Tänze, Sprünge und das ausdrucksstarke Mimikspiel machen jede Vorstellung einzigartig.
KREATIV-TEAM
„Tarzan – Das Musical“ wurde von Disney Theatrical Productions entwickelt, mit Musik und Songtexten von Phil Collins und einem Buch von David Henry Hwang.
DARSTELLER
In der deutschsprachigen Erstbesetzung spielten Anton Zetterholm als Tarzan und Elisabeth Hübert als Jane – beide wurden über eine große TV-Casting-Show von Stage Entertainment und Sat.1 entdeckt.
Spätere bekannte Darsteller in der Titelrolle waren Alexander Klaws, Philipp Büttner und Josh Strickland, der bereits am Broadway debütierte. Als Kala begeisterten unter anderem Detlef Leistenschneider und Pia Douwes in markanten Rollen. Viele Darsteller zeichneten sich durch ihre körperliche Präsenz und luftakrobatische Leistung aus, ein Markenzeichen dieser aufwendigen Produktion.
CHARAKTERE
Tarzan: hin- und hergerissen zwischen seiner Herkunft und der neuen Welt, die Jane verkörpert, muss seinen eigenen Platz entdecken. Seine Beziehung zu Kala ist tief von Liebe und Dankbarkeit geprägt; der Konflikt mit Kerchak spiegelt den inneren Kampf um Zugehörigkeit und Verantwortung wider.
Jane Porter: ursprünglich eine neugierige Forscherin, wächst in der Begegnung mit Tarzan über sich hinaus. Sie lernt, den Dschungel zu respektieren, begreift die feinen Strukturen der Tiergemeinschaft und stellt ihr eigenes Verständnis von Zivilisation infrage.
Kala: ist das emotionale Herz des Musicals. Ihre Entscheidung, Tarzan als ihren Sohn anzunehmen, steht für selbstlose Liebe und Mutterinstinkt. Ihr Wiegenlied („Dir gehör ich“) berührt seit Jahren das Publikum.
Kerchak: vertritt als Anführer die strenge Seite der Gemeinschaft. Er sieht Tarzan zunächst als Bedrohung, lernt aber am Ende Akzeptanz und Liebe.
Terk: Tarzans beste Freundin, bringt Wärme, Witz und Energie in die Geschichte. Sie hilft Tarzan, Herausforderungen zu bestehen, und ist das Bindeglied zwischen den Welten.
Clayton: steht als Antagonist für Ausbeutung, Gier und moderne Zerstörung. Sein Plan, die Gorillas als Attraktion zu verkaufen, konfrontiert das Publikum mit Fragen nach Naturschutz und Ethik.
MUSIK
Zwei Welten – Eröffnungssong über den Zusammenstoß zweier Lebenswelten
Dir gehöre ich – Kalas herzergreifendes Wiegenlied
Fremde wie ich – Tarzans Entdeckung seiner Herkunft
Trashin’ the Camp – rhythmische, perkussive Szene mit Terk und den Gorillas
Alles, was sie will – Tarzans Erkenntnis über seine Gefühle für Jane
Selbst wenn – emotionale Ballade über Liebe und Entscheidung
Finale – Versöhnung und Neubeginn im Dschungel der Herzen
Phil Collins’
Der Soundtrack von Phil Collins ist das Herzstück der Produktion. Die Musik verbindet Popmelodien mit afrikanisch inspirierten Rhythmen und schafft damit ein kraftvolles Klangbild, das die Energie und Emotionalität der Geschichte trägt. Die Live-Musik wird von einem Orchester unterstrichen, das sowohl westliche als auch afrikanische Instrumente einsetzt. „Trashin’ the Camp“ besticht durch rhythmische Percussion und bringt mitreißende Energie ins Stück, während Balladen wie „Selbst wenn“ echte Gänsehautmomente schaffen. Die deutschen Songtexte wurden von Kevin Schroeder sensibel übersetzt. Speziell die Eröffnungsnummer „Zwei Welten“ ist so arrangiert, dass sie die Gegensätze von Natur und Zivilisation musikalisch widergibt.
BÜHNENBILD, KOSTÜME, EFFEKTE
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AUSZEICHNUNGEN
Das Musical „Tarzan“ erhielt bei seiner Original-Broadway-Produktion 2006 eine wichtige und sehr spezifische Auszeichnung: Es wurde für den renommierten Tony Award in der Kategorie „Best Lighting Design of a Musical“ nominiert. Diese Nominierung ging an die Lichtdesignerin Natasha Katz, die für ihre kreative und technisch anspruchsvolle Lichtgestaltung in der Show Anerkennung fand. Trotz der Nominierung gewann die Produktion den Tony Award in dieser Kategorie nicht. Die Nominierung selbst zeigt jedoch, wie besonders der visuelle und atmosphärische Aspekt des Musicals gewürdigt wurde, der wesentlich zur Immersion und zum Gesamterlebnis beiträgt. Im Jahr 2007 wurde das Musical bei den John Kraaijkamp Musical Awards in den Niederlanden mehrfach ausgezeichnet und nominiert. Hier gewann „Tarzan“ zum Beispiel den Preis als bestes abendfüllendes Musical. Darsteller wie Ron Link erhielten die Auszeichnung als „Breakthrough Talent“ des Jahres, während Clayton Peroti als „Bester Nebendarsteller“ ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus gab es Nominierungen für kreative Leistungen, Übersetzungen sowie Design-Kategorien, was das Gesamtbild einer künstlerisch hochwertigen Umsetzung unterstreicht. Diese Auszeichnungen und Nominierungen deuten an, dass „Tarzan“ vor allem für seine technische Brillanz (Lichtdesign), seine überzeugenden Darstellerleistungen und seine kreative Inszenierung gelobt wurde. Das Musical verbindet beeindruckende Bühnentechnik mit einer emotional starken Geschichte und hochwertiger Musik von Phil Collins, was sich in diesen Ehrungen widerspiegelt. Trotz ambitionierter Produktion und positiver Kritiken blieb der dauerhafte Broadway-Erfolg allerdings eingeschränkt, was teilweise durch hohe Produktionskosten und gemischte Kritiken bedingt war.
Weitere Nominierungen:
Beste Musical-Revival-Buch (Best Original Score) – Phil Collins erhielt für die Originalmusik und Songs die Nominierung, die die emotionale Atmosphäre des Stückes unterstützten.
Beste Kostüme (Best Costume Design) – Anerkennung für die aufwendig gestalteten Kostüme, die die Charaktere wie Tarzan, die Gorillas und den Dschungel lebendig machten.
Obwohl das Musical keine Tony Awards gewann, zeigten diese Nominierungen besonders den technischen und kreativen Anspruch der Produktion. Diese Ehrungen reflektieren die Anerkennung für die technische Brillanz, musikalische Komposition und optische Gestaltung, die das Musical ausmachen. Neben den Tony-Awards-Nominierungen erhielt „Tarzan“ regional, z.B. in den Niederlanden, weitere Auszeichnungen, die seine Qualität bestätigten. Das Musical gilt weiterhin als visuell und musikalisch herausragende Produktion mit großer technischer Innovation
In Deutschland und anderen Ländern wurde „Tarzan“ ebenfalls als Highlight des modernen Familienmusicals angesehen, konnte sich durch seine spektakulären Luftakrobatik-Szenen, das aufwändige Bühnenbild und die einfühlsamen Darstellerleistungen etablieren, was sich in zahlreichen positiven Publikumsreaktionen und weiterführenden Ehrungen im Musicalumfeld zeigte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Tarzan“ vor allem für sein exzellentes Lichtdesign, die darstellerischen Leistungen und die innovative Bühnentechnik ausgezeichnet wurde, mit wichtigen Nominierungen und mehreren regionalen Awards zwischen 2006 und 2008, die seine künstlerische Qualität und Bedeutung im Musicaltheater unterstreichen
PRESSE- UND ZUSCHAUERSTIMMEN
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TRIVIA / FUN FACTS
„Tarzan – Das Musical“ ist eines der aufwendigsten Produktionen von Stage Entertainment mit spektakulärer Seil- und Flugtechnik.
Für die deutsche Produktion wurden über 25 Kilometer Stahlseil in das Bühnensystem integriert.
Phil Collins nahm eigens deutsche Versionen seiner Songs auf, um eine authentische Klangstimmung zu schaffen.
Das Paar Zetterholm/Hübert wurde im Rahmen der Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane!“ entdeckt, was dem Musical große mediale Aufmerksamkeit einbrachte.
In Hamburg zählte Tarzan über 2,5 Millionen Besucher und war eines der beliebtesten Disney-Musicals Deutschlands.Meta-Titel: Tarzan – Das Musical von Disney und Phil Collins
